Hallo Matthias,
ich hatte exakt dasselbe Problem. Die Lösung war, alles auseinander zu bauen, Verschleißteile zu erneuern und den Dreck aus den Ritzen zu pulen.
Habe ich dabei einen Fehler oder Schuldigen oder Schaden gefunden? Leider nein. Ein Sandkorn stecke irgendwo in einem der zahllosen Schieber, aber das ist jetzt 9 Jahre her, ich weiß nicht mehr genau wo. Mit etwas Suchen finden ich aber sicher noch ein Bild.
Im Vorfeld hatte ich auch nichts unversucht gelassen. Öl- und Filtertausch, Steuerdruckzugeinstellungen von schlabbrig bis fest, Modulierdurdosentausch, Ölstand von zu wenig bis zuviel, ...
War alles wirkungslos, das Getriebe hat von einem Tag auf den anderen extrem schnell in den 4. hochgeschaltet, aber nicht mehr freiwillig zurück. Erst wenn man wirklich langsam fuhr, ging es mit einem Ruck zurück.
Damals gab es noch Teile der Firma Hetzel, die hatten einen Dichtungssatz und die Lamellen von BorgWarner im Programm und die Preise waren extrem fair. Leider finde ich bei denen gerade keine Angaben mehr zu Mercedes-Getrieben :-(
Die Reparatur ist ein schönes Winterprojekt. Vorher viel lesen und Youtube schauen, viele Plastikwannen für die Einzelteile bereithalten und eine ölfeste Kamera, um die Zerlegung zu dokumentieren :-)
Es gibt später nur eine kritische Aktion: das Einführen der K2 bzw. des eigentlichen Radsatzes in die Getriebeglocke. Dabei besteht die Gefahr, die beiden Teflonringe des Lagerzapfens zu rasieren (habe ich zweimal geschafft). Abhilfe bring eine zweite Person und vor allem, das Getriebegehäuse beim Einfädeln (das macht denn die 2. Person) aufrecht hinzustellen und die Dichtringe vorher mit etwas Folie zu schützen.
Aber der Schieberkasten ist das Armageddon. Hier hilft nur Konzentration, Ordnung und Dokumentation. Man darf keine der Kugeln verlieren oder irgendwo vergessen/falsch platzieren. Die einzelnen Schieber sollte man auch nur sehr sorgfältig ausbauen, da kann man schnell mit der Sortierung durcheinander kommen. Es gibt bei den Schieberkästen zig Varianten und keine ist vernünftig dokumentiert. Aber: alles machbar: Ruhe, Ablageschalen, Digitalkamera/Handy und ein Glas Rotwein auf der Werkbank, dann geht das schon.
Grüße Martin
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.08.25 22:15.