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Michael300SE
Die Chinesen werden uns fertig machen!
Jeder der z.b. einen BYD kauft trägt dazu bei...
Ich hoffe, dass ist rabenschwarzer Sarkasmus...anders kann ich mir diesen Stammtisch-Unsinn nicht erklären. Wir kaufen seit Jahren chinesische Produkte oder Produkte, in denen etliche chinesische Bauteile verbaut sind.
Egal! was es ist.
Die Autoindustrie geht durch grenzenlose Arroganz, Fehlentscheidungen der Elfenbeinturmbewohner und deutlich über dem Tarif liegende Bezahlung kaputt (die ihnen jetzt aufgrund des Einbruchs des Marktes richtig weh tun). Die EU und die Hampelmänner in Berlin mit ihrem ewigen Hin und Her tragen ihr übriges dazu.
Als man vor 20 Jahren angefangen hat, etliche Schlüsselindustrien und Industriezweige nach China zu verkaufen, weil man hier dafür keinen Markt oder Absatz mehr sah, oder einfach weil man mit dem Gewinn (!) nicht zufrieden war, gab es doch kaum Aufschrei.
Man weiß seit Jahren, wie aggressiv China seine Handels-, Zoll- und Finanzpolitik betreibt, mit maximalen Protektionismus für ausländische Investoren bei gleicher maximal offensiven Investitionspolitik im Ausland sowie strategische Fokussierung auf Rohstoffe und starker Subvention, während wir hier übers Gendern und Teilzeit diskutieren. Wir werden nicht überholt, wir
sind überholt. Und Indien steht schon hinter uns und wird der nächste Global Player im Osten sein.
ThyssenKrupp hat damals die erst 8 Jahre alte modernste Kokerei Europas - Kaiserstuhl in Dortmund - stillgelegt und nach China verkauft. Die haben die wie ein Legobausatz abgebaut und in Jining wieder aufgebaut. Hat den Chinesen keiner zugetraut
Danach stiegen die Kokspreise stark an. Nur ein Beispiel der Arroganz und Unterschätzung.
Das was die Autoindustrie in den USA in den 70/80igern durchgemacht hat, wird jetzt Unsere treffen. Auch da dachte man, man können einen Markt abschotten und hat dem heimischen Markt weiter billige, zusammengeschusterte und schlecht ausgestattete Autos verkauft, dazu mit Motoren die technisch völlig veraltet waren und jeglicher Wirtschaftlichkeit trotzen...siehe Ölpreisanstieg Anfang der 70iger. Dann kamen ausländische Marken auf den hiesigen Markt. Zuverlässig, günstiger im Unterhalt und teilweise besser ausgestattet. Gewerkschaftsbosse die keinen cm nachgaben waren dann letztlich der Todesstoß. Gibts ne gute Doku zu, "We Are All Detroit – Vom Bleiben und Verschwinden" Detroit ist vielleicht die Pausche für Wolfsburg?
Die Parallelen sind beängstigend:
- zu teure heimischen Autos im Bezug auf Ausstattung und Qualität
- schlechte Qualität im Vergleich zu früher
- immer weniger Auswahlmöglichkeit von Motoren/Antrieben
- dafür fragwürdige Abokonzepte (Sitzheizung für nen Monat usw.)
- hohe Werkstattkosten bei Instandsetzung
- beliebige Austauschbarkeit (Plattformen sind oft gleich und die Unterschiede sind nur im Design sichtbar, Elektronik/Antrieb oft identisch, vgl. dazu US Auto)
Gleichzeitig freut ihr euch aber Alle, wenn VW wieder ne Rekord Dividende ausschüttet und man sich abends den zweistellige Gewinn seines Fonds/ETFs anschaut. Frei nach Volker Pispers: Was glauben Sie wo der Gewinn herkommt? Glauben Sie, die Bank schließt ihr Geld in ein Schließfach, da rammelt es und bekommt Junge? Dafür müssen Menschen arbeiten, jedes Jahr schneller, oder günstiger oder effektiver. Irgendwann ist eben Schluss und vielleicht stehen wir jetzt an diesem Punkt.
Meine Gedanken dazu
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.03.26 13:15.