Ich fasse es mal kurz zusammen:
Dem Interessenten ist völlig bewusst, dass der Preis jenseits von gut und böse liegt. Der ist auch nicht auf den Kopf gefallen – er ist einfach sentimental. Das kenne ich von mir selbst: Wenn man etwas tupfengleich aus der eigenen Jugend wiederbekommen kann, legt man eben Geld auf den Tisch. Der Moment, in dem man mit dem Oldi fährt und sich für kurze Zeit wieder jung fühlt, ist unbezahlbar.
Ich bin zwar kein Eingeborener, aber hier auf dem platten Land sind irgendwie alle über ein paar Ecken miteinander verwandt – und ich wohne nun mal genau dort. Der Interessent kennt meinen Schrauber und auch meinen Lieblings‑TÜV‑Prüfer. Er weiß also schon jetzt, dass die Kiste keine Baustelle ist, es weder Wartungs‑ noch Pflegestau gibt und der W126 auch optisch noch eine gute Figur macht.
Wir haben hier die lustige Situation, dass ich nicht verkaufen muss – mein einziger Beweggrund wäre, wieder etwas Platz in der Halle zu bekommen. Der Interessent wiederum ist in der glücklichen Lage, dass er nicht am Hungertuch nagt. Und die MwSt. ist bei dem W126 sogar ausweisbar.
Der Verstand sagt: verkaufen.
Der Messi in mir sagt: behalten – und schauen, wo ich ihn notfalls unterstellen könnte, falls mir irgendwann eine passende Pagode oder ein BMW E9 3.0 CSI über den Weg läuft.
Alle sagen, der Oldtimermarkt sei am Boden. Aber ausgerechnet bei den zwei vorgenannten Modellen haben sich die Preise für richtig gute Exemplare leider kaum bewegt.
Grüße Peter
Bin ein kleiner Oldtimer-Messie
Mercedes W126 280SE
Mercedes R107 280SL
Porsche 356 A Speedster
BMW M635 CSi
Fiat 500L