Kommt immer darauf an, was mit "Daily" gemeint ist. Bei mir ist er derzeit definitiv daily, weil das einzige zugelassene und im Alltag genutzte Auto. Das bedeutet bei mir aber gegenwärtig etwa 6000km pro Jahr, also etwas ganz anderes als 200km täglich. Im Winter (genauer: bei Salz) vermeide ich es allerdings so gut es geht.
Ich muss dazu sagen, dass für mich die allermeisten Autos nach ungefähr Mitte der 2010er nicht existieren. Für mich gegenwärtig einerseits weder finanziell leistbar, noch mit irgendeiner Art von "Haben-wollen" verknüpft (Überwachungsthematik, Komplexität usw. usf.). Da selber Schrauben mein Hobby ist und zum Begriff "Auto" dazugehört, sind die Wartungskosten beim 126er ja recht überschaubar. (Hatte ja damals mit einem Opel-Oldtimer angefangen, insofern empfinde ich auch die Teilesituation beim 126er immernoch als nahezu paradiesisch...)
Ein Fehler, dem man glaube ich manchmal unterliegt, ist, die Benzinkosten im Kopf mit "null" zu vergleichen. Wenn ich dagegen den 126er mit einem "vernünftigeren" Auto, das den Alltag ebenso bewältigen kann, vergleiche, stehen also etwa 13l bei meinem 500er vielleicht 7-10l gegenüber.
Und diesen Aufpreis zahle ich - bei meiner Jahresfahrleistung - gern dafür, dass mir nach wie vor jede Fahrt im 126er Genuss bereitet, also gewonnene Lebenszeit ist. Bei allen Aufwendungen
außer Benzin ist die Sache hingegen ja finanziell gut beherrschbar, wenn man selbst schraubt und nicht gerade das Getriebe explodiert.
Ich selbst - nur für mich gesprochen - würde aber in jedem Fall versuchen, tägliche Pendelstrecken von mehr als 100km zu vermeiden. Ich hatte mal etwa einen Monat (damals mit dem E34) täglich etwa 200km pendeln müssen, und eine Weile später durch eine Fernbeziehung alle 1-2 Wochen 300km. Obwohl mir das Fahren selbst unglaublich viel Freude macht, habe ich mit der Zeit schon gemerkt, wie anstrengend das unterschwellig ist und wie viel Zeit das bindet, ganz unabhängig vom Verkehrsmittel und abgesehen vom Geld. Aber das lässt sich mit Familie usw. freilich nicht immer so leicht ändern.
LPG wäre für mich schon eine Option. Bei meinem E34, der langfristig wieder den Alltag übernehmen soll, fasse ich nach Abschluss der Restauration so eine Anlage durchaus ins Auge. Die prinzipielle Abneigung, die manche dagegen hegen (von den konkreten Nachteilen einer Venturi-Anlage abgesehen), habe ich nie so ganz verstanden.
Gruß, Ludwig