Hallo in die Runde,
ich finde, bei "täglichem Einsatz" muss man auch differenzieren, ob ich mir im Winter, bei salzgestreuten Straßen, aussuchen kann, ob ich nun unbedingt fahren muss oder nicht. Eben weil manche ja Homeoffice-Regelungen haben, dass sie von fünf Tagen nur einen im Büro sein müssen oder weil sie Rentner sind und dann eben zwei Tage später einkaufen.
Wenn ich aber jeden Tag zur Arbeit fahren
muss, weil ich vielleicht Krankenpfleger, Müllmann oder Geschäftsführer bin, sieht die Sache anders aus. Damit reitet man zwangsläufig jedes Auto früher oder später runter. Und das wäre es mir nicht wert. Alleine schon, weil es vernünftige 126er nicht mehr wie Sand am Meer gibt und Teile in vernünftigem Zustand auch nicht mehr zu kriegen sind (das fängt beim Kühlergrill-Rahmen an und hört beim Sitzbezug in Leder brasil auf).
Selbst wenn man ein weniger gut gepflegtes Exemplar nimmt - ich habe das mit einem S124 mal gemacht: irgendwann brauchst Du Niveaudämpfer, irgendwann jault das Differential oder Wasser tritt durch die Scheibendichtungen ein. Dann wird's teuer und meist auch kompliziert, weil viele Werkstätten da einfach keine Zeit für haben. Kann man alles auch selber machen aber mit anderen Baustellen wie Haus(um)bau, Kindern oder anderen Verpflichtungen geht einem dann meist einfach die Zeit aus. Nach spätestens 10 Jahren kann ich den dann wegschmeißen - dann habe aber noch ein paar Jahre Arbeitsweg mehr vor mir. Von daher bewundere daher Tilmans Weg, für mich kommt der so aber nicht mehr in Frage.
Ich habe mich daher für einen anderen Weg entschieden. Ich halte die Autos optisch und technisch fit und genieße damit die schönen Zeiten. Also gerne auch mal 5.000 Kilometer quer durch Europa oder einfach mal 600 Kilometer zum Urlaubsziel. Da kriegen die auch mal Schietwetter ab aber damit kann ich dann leben. Das kostet schon genug Geld, die Autos in einem Zustand zu halten, dass der Kühler auf einer Alpentour nicht kocht, die Kiste bei Vollgasfahrt kein Öl frisst und auch die Klimaanlage permanent läuft, damit die Familie nicht rummault.
Als Alltagswagen einen Ford Mondeo / Honda Accord / Toyota Avensis Kombi mit irgendwas zwischen 1,8 und 2,4-Liter Saugbenziner. Sowas kann man problemlos mit 8 Litern fahren. Sind vielleicht zwei Liter mehr als ein Kleinwagen braucht aber man muss sich keine Gedanken machen, wenn man doch mal eine Waschmaschine abholen muss oder mit der Familie im Schnee irgendwo hin fährt.
Ist man Firmenwagen-bezugsberechtigt, sieht die Sache natürlich komplett anders aus. Ein E-Auto mit Versteuerung von 0,25% bis Ende 2030 ist ja geradezu lächerlich günstig. Wenn man dann noch kostenlos laden kann oder eine heimische PV-Anlage hat... mal sehen, wann hierauf ein "Mineralölsteuer-Äquivalent" kommt. Sowas kann sich aber auch privat rechnen, muss man halt mal eine Gesamtkostenberechnung zu anstellen (z.B. lohnt es sich nicht doch, das alte Dach vor Installation einer PV zu sanieren).
Gruß Markus
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.09.26 09:54.